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Selbstverständnis & Kontaktmöglichkeiten

Werte und die eigene Haltung sind für Unternehmen wettbewerbsentscheidend, und zwar nicht nur in der Berichterstattung, sondern in der gesamten digitalen Kommunikation. Die Aufmerksamkeit ist dabei besonders auf gesellschaftlich hochaktuelle Themen wie Nachhaltigkeit und Digitalisierung gerichtet. Im Folgenden wird analysiert, ob und wie Unternehmen entsprechende Informationen im IR-Bereich bereitstellen. Die Frage nach dem „Warum“ des Sustainable Investments ist entscheidend. Auch die Kommunikationswege, die Unternehmen anbieten, sollen hier genauer unter die Lupe genommen werden.

ESG – der neue Mainstream in den Kapitalmärkten

ESG-Kriterien müssen – das ist (hoffentlich) inzwischen in allen IR-Abteilungen angekommen – in Zukunft integraler Bestandteil der Anlagestrategie werden. Wenn weder soziale noch ökologische oder ökonomische Aspekte eine Rolle in der Investmentstory spielen, werden Investoren sich anderweitig orientieren, um das eigene Geld sinnvoll und insbesondere nachhaltig zu investieren. IR-Abteilungen sei demnach geraten, auf ihren Websites über Nachhaltigkeitsaspekte im Unternehmen aufzuklären. Immerhin passiert das schon bei 74 %. 37 der untersuchten 50 Konzerne bereiten Nachhaltigkeitsthemen speziell für Investoren auf. Die tatsächliche Nachhaltigkeitsstrategie wird wiederum bei nur knapp mehr als der Hälfte auf der IR-Website erwähnt (52 %).

Hier ist sicher noch viel Luft nach oben, aber die Entwicklung ist erfreulich: Bis vor einigen Jahren waren auf IR-Websites noch keine Inhalte rund um das Thema Nachhaltigkeit zu finden, heute verweisen 28 % der untersuchten Unternehmen auf ihren Nachhaltigkeitsbericht als Teil des Geschäftsberichts (integrierte Berichterstattung). 52 % stellen einen Zusammenhang zwischen Nachhaltigkeitsaufwänden und Geschäftserfolg her.

18

Online-Geschäftsbericht

14

Nachhaltigkeitsbericht

Anzahl der Unternehmen, die einen Online-Geschäftsbericht veröffentlichen bzw. die auf ihrer IR-Website auf ihren Nachhaltigkeitsbericht verweisen.

Digitalisierung – noch auf einem Auge blind

Neben Nachhaltigkeit ist Digitalisierung eines der Schlagwörter der letzten Jahre. Digitalisierung ist längst ein wichtiger Indikator für die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen geworden. Immerhin sehen über die Hälfte der Unternehmen Digitalisierung als Teil ihrer Unternehmensstrategie (60 %), konkrete Digitalisierungsziele nennen jedoch nur 28 %.

Zum Zusammenhang von Nachhaltigkeit und Digitalisierung kommunizieren nur 16 %. Dabei bildet das Thema digitale Ethik hier eine klare Schnittstelle zum CSR-Bereich. Wie geht ein Unternehmen mit künstlicher Intelligenz, Big Data und Datenschutz um? Wer sich hierzu klar und transparent positioniert, schafft Vertrauen, auch darin, dass das Unternehmen sich mit sensiblen Themen wie diesem ausführlich beschäftigt. Hier zeigt sich ein gestiegenes Bewusstsein im Vergleich zum Vorjahr: 42 % der Unternehmen beleuchten heute auf Ihrer IR-Website das Thema digitale Ethik. Scheinbar haben die Corona-Pandemie und der dadurch ausgelöste Digitalisierungsschub das ein oder andere Unternehmen wachsamer werden lassen. Denn auch zum Thema Socially Responsible Investment äußern sich heute mehr Unternehmen als noch vor einem Jahr: Während 2020 nur 10 % das Thema aufgreifen, sind es in der diesjährigen Untersuchung schon 16 %.

Kontakt aufnehmen – nur mit Abstand möglich

Die Möglichkeiten, mit IR-Abteilungen in Kontakt zu treten bzw. mehr Informationen auf direktem Weg zu erhalten, bleiben auch weiterhin begrenzt. Zwar geben 92 % Kontaktmöglichkeiten zu den Ansprechpartnern auf ihrer Website an, und 84 % zeigen, auf welchen Social-Media-Plattformen sie aktiv sind, aber es mangelt an Möglichkeiten zur Direktkontaktaufnahme. Diese könnten z. B. durch eine Chat-Möglichkeit auf der Website integriert werden. Doch nur vier der untersuchten Konzerne machen von diesem Angebot Gebrauch (8 %). Bei drei Websites handelt es sich dabei um einen Chatbot, lediglich ein Unternehmen bietet einen Livechat an.

Die IR-Website muss als Knotenpunkt für eine gelungene Investoren- und Stakeholder-Kommunikation verstanden werden, quasi als „permanente, virtuelle Roadshow“. Das beinhaltet auch, möglichst viele Informationen über das Unternehmen ansprechend aufzuarbeiten und zur Verfügung zu stellen, so wie es bereits 84 % mit Hilfe eines News Feed praktizieren. Den innovativeren, inhaltlich ansprechenderen, aber umfangreicheren Weg eines IR-Blogs oder -Magazins wählen bislang nur 8 % der von uns untersuchten Unternehmen.

IR-Verantwortliche scheinen sich statt auf eine umfangreiche und breit gestreute Ansprache, die für User-Gruppen gemäß ihres Medienverhaltens aufbereitet werden, eher auf einen gezielten Kommunikationsweg einzulassen: Institutionelle Investoren und Privatanleger werden als eindeutige Zielgruppen direkt angesprochen. Bei beiden Gruppen gibt es im Jahresvergleich einen Sprung nach vorn, wobei dieser bei den Privatanlegern stärker ausfällt. Im Jahr 2021 sprechen 86 % der IR-Websites Privatanleger direkt an (Vergleich 2020: 58 %), und immerhin 56 % auch institutionelle Investoren (Vergleich 2020: 40 %).

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