15. April 2019 | NetZwerg

Interview: Benjamin Herbert über das erfolgreiche Audi MediaCenter

Die Audi AG belegte in unserem MR Benchmark 2019 den ersten Platz. Benjamin Herbert verrät im Interview, was die Pressearbeit bei Audi so erfolgreich macht.

Herr Herbert, welche Bedeutung hat für Sie das Presseportal und welche die sozialen Netzwerke, um mit Medienvertretern zu interagieren?

Das Audi MediaCenter ist für uns der zentrale Kommunikationskanal, über den wir primär mit unseren Zielgruppen – Journalisten, Bloggern und weiteren Multiplikatoren – in Verbindung treten. Es ist daher von integraler Bedeutung für die gesamte Kommunikation der AUDI AG.

Die Kommunikation über das Audi MediaCenter ergänzen wir durch verschiedene Social-Media-Kanäle wie Facebook, Twitter oder YouTube. Die aktuellsten Posts, Tweets und Videos findet der User aber auch jederzeit im Newsroom des MediaCenters.

Wie sorgen Sie für eine kontinuierlich starke Performance Ihres Presseportals?

Für die seit Jahren steigenden Nutzerzahlen und Reichweiten des Audi MediaCenter sehen wir mehrere Gründe. Durch besseres Tagging und SEO-Maßnahmen sind unsere Inhalte immer besser auffindbar. Redaktionell aufbereitete Texte, Fotos und Filme können von Multiplikatoren schnell und unkompliziert gefunden und genutzt werden.

Technisch setzen wir auf eine kontinuierliche Weiterentwicklung unserer Seite. Im Fokus steht für uns dabei immer eine bestmögliche User Experience. Häufig sind das auch Arbeiten am Unterbau der Seite, die den Nutzern z.B. auch bei großen Events mit vielen Besuchern eine uneingeschränkt flüssige und reaktionsschnelle Nutzung all unserer Angebote ermöglichen.

Wie kam es zur Entscheidung, Ihr Presseportal als eigenständige Web-Instanz aufzubauen, die losgelöst von der Corporate Website agiert? Wo sehen Sie hier Herausforderungen und Chancen?

Bei Audi gibt es drei zentrale Webseiten: Audi.com als Storytelling-Kanal, das Audi MediaCenter als schneller Informationskanal für Journalisten und Multiplikatoren und die Länderseiten wie etwa Audi.de, auf der die Besucher sich einen Audi konfigurieren können und länderspezifische Informationen vermittelt werden.

Chancen sehen wir vor allem darin, dass wir mit dem Audi MediaCenter neben unserer Kernzielgruppe auch viele Audi-Fans und -Kunden direkt erreichen können.

Wo sehen Sie Veränderungen auf die Media Relations zukommen, die mit dem digitalen Wandel zusammenhängen?

Wir sind uns bewusst, dass sich das Mediennutzungsverhalten und damit die Medienlandschaft stetig verändert. Darauf sind wir eingestellt, entwickeln uns stetig weiter und gewinnen neue Zielgruppen.

Ein Beispiel hierfür ist die vor wenigen Monaten gestartete YouTube-Show „What’s up Audi“, die gezielt auf Edutainment setzt, in zehn Minuten die News aus der Audi-Welt zusammenfasst und für ein globales, autobegeistertes Publikum aufbereitet.

Indem wir multimediale Inhalte anbieten, stark auf Videos und Grafiken setzen und Informationen zielgruppengerecht aufbereiten, versuchen wir unseren Besuchern ihre Arbeit so einfach wie möglich zu machen. Denn eine wesentliche Gemeinsamkeit der neuen Generation der Multiplikatoren und der traditionellen Journalisten ist der Wunsch nach Einfachheit: Informationen müssen schnell und gezielt gefunden werden und bestmöglich weiterverarbeitet werden können.

Was fasziniert Sie am meisten an der Digitalisierung der Kommunikation? Wo sehen Sie Risiken?

Die Faszination an der Digitalisierung besteht für mich in der starken Veränderung von Prozessen. Dadurch lässt sich häufig enorm Zeit gewinnen. Für unsere Arbeit bietet sich hier die große Chance, im Zuge der Digitalisierung bestimmte Personen- und Zielgruppen überall auf der Welt zeitgleich viel schneller und gezielter ansprechen zu können.

Herausfordernd finde ich die mit den wachsenden Möglichkeiten auch mitwachsende Anzahl an Regelungen und Vorgaben wie z.B. die Energieverbrauchskennzeichnung, die DSGVO usw. Bei der Anpassung unserer Angebote an diese Regelungen gilt es oft derart viele Rahmenbedingungen zu beachten, dass hier die volle Mithilfe aller Beteiligten nötig ist, um allen Vorgaben komplett gerecht werden zu können.

Auf welche digitale Errungenschaft möchten Sie persönlich nie wieder verzichten?

Persönlich ist das ist über lange Zeit mein privates MacBook gewesen, auch wenn ich mich damit wohl zu einer aussterbenden Gattung zählen darf. Daneben hat in meinem Leben auch das Smartphone eine sehr große Bedeutung und ich könnte jetzt nicht sagen, auf was ich eher verzichten könnte. Natürlich wären beide ohne das Internet weit weniger wertvoll, welches ja die Grundlage für die vielseitige Nutzung dieser Geräte und auch das Rückgrat unserer Arbeit in der Online-Kommunikation darstellt.

Zu guter Letzt: Wir bei NetFed lieben Filme. Welcher ist Ihr Lieblingsfilm und warum?

Ich bin ein großer Fan der Marvel-Comicverfilmungen. Nicht nur, weil viele der Helden einen Audi fahren. Ich mag es einfach, von guten Geschichten unterhalten zu werden und da kommen diese Filme gut hin. Besonders gut gefallen mir dabei die Guardians of the Galaxy, die dazu noch mit tollen Hits aus den 70ern und 80ern aufwarten können.

Vielen Dank für die spannenden Einblicke in Ihre Arbeit und für Ihre Offenheit, Herr Herbert!

Hier geht es zu unserem Media Relations Benchmark, in dem Audi mit seinem MediaCenter den ersten Platz belegt hat.

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