6. Oktober 2021 | NetZwerg

Interview: Porsche gewinnt das enge Rennen um Platz 1 beim MR Benchmark

Herr Dr. Rudolph, herzlichen Glückwunsch. Wir gratulieren! Die Porsche AG hat in unserem aktuellen MR Benchmark den ersten Platz belegt. Ein gutes Überholmanöver von Rang 5 im letzten Jahr. Was haben Sie in den letzten 12 Monaten in Ihrem Newsroom ausgebaut und/oder verbessert?   

Vielen Dank! Der erste Platz ist eine tolle Bestätigung für die leidenschaftliche Arbeit meines Teams. Wir wollen uns kontinuierlich weiterentwickeln – das gilt natürlich auch für den Online-Newsroom. Gerade in Zeiten von Corona. Digitale Angebote waren wichtiger denn je und sind es nach wie vor. Wir hatten zum Beispiel die Content-Reihe „Get Creative with Porsche“ produziert, mit Online-Tutorials zu verschiedenen Themen. Der neu integrierte Porsche-Podcast „9:11“ hat zudem interessante Gespräche nach Hause gebracht und wir haben unsere Themenvielfalt insgesamt erweitert. Die Medien haben wir dabei fest im Blick. Wegen der Kontaktbeschränkungen war unser Online-Newsroom eine der wichtigsten Anlaufstellen. Deshalb haben wir einen Schwerpunkt auf UX/UI gelegt und unseren Downloadbereich ausgebaut. 

Sind bei Ihnen Journalist:innen eigentlich noch immer die Hauptzielgruppe der Unternehmenskommunikation und PR?   

Absolut! Neben Themeninspirationen finden Journalistinnen und Journalisten in unserem Newsroom alles, was sie für ihre Arbeit benötigen: umfassende Informationen, zahlreiche Downloads und die richtigen Ansprechpartner bei Porsche. Aber natürlich sind die Inhalte auf unserer Seite auch für die Öffentlichkeit interessant. Das spielt bei unseren Redaktionsrunden immer eine Rolle: Welche Themen aus der Welt von Porsche können wir erzählen? Wo Einblicke geben?  Und – um den Kreis wieder zu schließen: Welche Inhalte bieten wir Medien exklusiv an?  

Welche anderen Medienschaffenden möchten Sie neben Journalist:innen mit Ihrem Presse- und Medienportal ansprechen?  

Die Medien haben in unserer Gesellschaft eine wichtige Funktion. Das wird auch in Zukunft bleiben. Die Zahl und Art der Medienschaffenden im Social Web hat sich vervielfacht. Etwas weiter gefasst kann heutzutage jeder aus seinen eigenen vier Wänden zu einem Multiplikator werden. 

In der Kommunikation ist Austausch gefragt – vor allem mit den Empfänger:innen. Wie haben sich die Erwartungen und Anforderungen Ihrer Adressat:innen an digitale Presse- und Medienwebsites entwickelt bzw. verändert?   

Zum einen beobachten wir einen klaren Wandel hin zur mobilen Nutzung. Für uns heißt das: Angebote so zu gestalten, dass sie auch am Smartphone gut funktionieren. Ein Download muss beispielsweise nicht auf das genutzte Endgerät geladen werden. Wichtig ist es, von unterwegs einen Downloadlink an den eigenen Rechner oder die Redaktion schicken zu können. Ein anderes Beispiel ist unsere eigene Medienproduktion: Um den neuen Bedürfnissen gerecht zu werden, erstellen wir auch Film- und Fotomaterial, das speziell für Influencer auf Instagram oder TikTok geeignet ist. Aus redaktioneller Sicht binden wir zudem regelmäßig Content Creator in unsere Newsroom-Produktionen mit ein, um Inhalte von der Community für die Community zu bieten.  

„Sein oder nicht sein, das ist hier die Frage“: Viele Unternehmen verzichten heute auf (digitale) Pressemappen. Sie nicht. Warum? Wo sehen Sie den Mehrwert für die Besucher:innen Ihres newsrooms?  

Wir nehmen wahr, dass digitale Pressemappen insbesondere für Medienschaffende nach wie vor sehr relevant sind. Wir haben so die Möglichkeit, verschiedene Aspekte einer Geschichte zu vertiefen. Bei der Vorstellung eines neuen Fahrzeugs bieten wir beispielsweise Deep Dives zu Themen wie Design, Fahrwerk oder Konnektivität. Dazu gibt es ein weiterhin ein bewährtes, umfassendes Film- und Fotoangebot.  

Auf welche digitale Tools möchten Sie bei Ihrer Arbeit nicht mehr verzichten?   

Analytic Tools sind für uns wichtig. Wir können so wertvolle Informationen sammeln, um unser Angebot noch besser an den Bedürfnissen der User auszurichten. Die Daten sind natürlich anonymisiert, aber wir haben die Möglichkeit, gewisse Trends abzulesen. Außerdem ist bei einer so großen Organisation wie der PR-Abteilung von Porsche ein starkes Planungstool wichtig, um Prozesse transparent und so effektiv wie möglich zu gestalten. 

Noch ein kleiner Blick in die Porsche-Glaskugel: Welche Themengebiete werden Ihr Unternehmen – und ganz konkret PR und Media Relations – in Zukunft bewegen, Herr Hoffmann? 

Die individuelle Mobilität wird sich in den nächsten zehn Jahren stärker verändern als in den 50 Jahren davor. Wir erleben die Transformation einer gesamten Branche. Die beiden Megatrends „Digitalisierung“ und „E-Mobilität“ verändern die Anforderungen schon jetzt enorm. Weitere werden folgen – mit Vorteilen für Mensch, Umwelt und Gesellschaft. Diesen Wandel kommunikativ begleiten zu dürfen, ist eine großartige Aufgabe. 

Vielen Dank für das spannende Interview und die interessanten Blicke hinter die Kulissen, lieber Herr Dr. Rudolph!

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