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Haltung & Glaubwürdigkeit

Unser Verein will ja die Begriffe Frau und Umwelt in den Karnevalsgedanken einbringen. Ich meine, dieses Ziel sollte ganz klar im Vereinsnamen einge… einbezogen…, ähm.
Loriots Ödipussi (1988) 

CSR-Kommunikation: Diversity und Inklusion im Fokus 

Das Thema Diversity ist seit nunmehr zwei Jahren durchweg präsent. Deutsche Unternehmen präsentieren sich vielfältig in ihrer Außendarstellung, und Vielfalt wird von fast allen Unternehmen behandelt. Auffällig ist in diesem Zusammenhang auch die zunehmend genderneutrale Kommunikation der Unternehmen, wobei dieses Kriterium nicht in das Ranking einfließt. Hier verzeichneten wir ein massives Wachstum auf 74 Prozent im Vergleich zu 32 Prozent im Jahr 2021. Das Thema Inklusion ist mittlerweile für die Mehrheit der Unternehmen zu einem unverzichtbaren Aspekt geworden, wobei der Anteil hier bei 86 Prozent liegt, verglichen mit 70 Prozent zuvor. Eine ähnliche Entwicklung beobachten wir auch beim Thema „Sexuelle Orientierung“. 

Bezüglich der Kommunikation zum Thema Rassismus gab es von 2021 bis 2022 die stärkste Veränderung. Es ist erstaunlich, dass sich seitdem nicht viel geändert hat. Nach wie vor beziehen etwa zwei Drittel der Unternehmen hierzu Stellung, während ein Drittel keine klare Position einnimmt.  

CSR-Kommunikation und Belegschaft: Webseiten setzen auf Testimonials  

Wie Mitarbeitende und ihre Interessen auf einer Konzern-Webseite adressiert werden, ist nicht nur für die Belegschaft und für Jobsuchende von Interesse. Es sagt auch generell etwas über die soziale Haltung des Konzerns aus. Welche Wertschätzung genießen Mitarbeitende im Unternehmen? Ob es um Gesundheitsschutz geht, oder um Arbeitssicherheit – hier sehen wir durchweg gute Werte. Lediglich das Thema Jugendschutz ist bislang unterrepräsentiert. Auf den meisten CSR-Webseiten machen zudem Testimonials komplexe Themen erlebbar und für Mitarbeitende zugänglich. Initiativen des Unternehmens bekommen ein Gesicht, Nachhaltigkeit wird vorgelebt. Im Jahr 2023 setzen 92 Prozent der Unternehmen auf Testimonials. Betrachten wir diese Zahl im Zweijahresvergleich, sehen wir gegenüber dem Jahr 2021 einen gewaltigen Sprung von über 30 Prozent. Hier zeichnet sich ein deutlicher Trend ab.  

CSR und Engagement: Keine Förderung für kulturelle Projekte? 

Die Kultur hat allerorten unter der Pandemie gelitten. Das zeigt sich auch in der CSR-Kommunikation. Wir beobachten, dass während der Pandemie die Zahl der Unternehmen, die von kulturellen Förderungen berichten, gesunken ist. Jetzt, nach der Pandemie, ist diese Zahl aber noch nicht wieder angestiegen. Nach wie vor berichtet nur ein knappes Drittel der Unternehmen hier von einem Engagement bei kulturellen Projekten. 

Das soziale Engagement scheint im Spiegel der Online-Kommunikation leicht rückläufig zu sein. Gegenüber dem letzten Jahr ist die Zahl der Unternehmen, die davon berichten, dass sie das soziale Engagement ihrer Mitarbeitenden fördern, leicht gesunken, während bezüglich der Förderung von Bildung und Wissenschaft keine Veränderung zu beobachten ist.  

Aussagen zur Nachhaltigkeit auf der CSR-Webseite 

Die digitale Infrastruktur großer Konzerne ist branchenübergreifend für die Nachhaltigkeit ein erheblicher Faktor. In der CSR-Kommunikation spielt das aber bislang kaum eine Rolle. So äußern sich nur 10 Prozent der Unternehmen zu Maßnahmen, die entsprechende Klimaemissionen verringern sollen. Umso erstaunlicher ist es, dass sich ganze 66 Prozent zu Biodiversität äußern, obwohl – je nach Branche – der Einfluss der Unternehmen auf die Biodiversität sich weniger direkt vollzieht. 

 

CSR-Kommunikation: Zusammenhang zwischen Nachhaltigkeit und Geschäftserfolg 

Nahezu 90 Prozent der Unternehmen setzen inzwischen ihren Geschäftserfolg in Zusammenhang mit den eigenen Nachhaltigkeitsbestrebungen – ein Plus von wiederum zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dies untermauert, dass Nachhaltigkeit zur zentralen Säule der Unternehmensstrategie wird. 

Bei weiteren Grundpositionen ist noch Zuwachs nötig. Nach wie vor äußert sich ein gutes Drittel der Unternehmen im CSR-Bereich nicht zu seinen Unternehmensgrundsätzen oder Leitlinien. Der Großteil der Unternehmen vermeidet inzwischen auch wieder politische Aussagen. Im Jahr 2022 nutzte die Hälfte der Unternehmen die Möglichkeit, sich politisch zu positionieren – die Meinungsäußerung zum Ukrainekrieg wurde für viele Unternehmen zu einem vereinenden Element in Bezug auf Haltungsfragen. Im Vergleich zum Vorjahr ist diese Zahl um zwölf Prozent gesunken.  

Digitale Ethik wird zum Trendthema, KI-Leitlinien finden sich kaum 

Das Trendthema Digitale Ethik bestätigt sich, wobei die Kommunikation zu Künstlicher Intelligenz (KI) noch deutlich zu gering ist. Nun sind es knapp zwei Drittel der Unternehmen, die sich zu digitaler Ethik äußern – ein Zuwachs von 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Mittlerweile knapp die Hälfte der Konzerne sieht Digitalisierung und Nachhaltigkeit in einem Zusammenhang Auch hier gibt es einen markanten Anstieg um 26 Prozent. Als Kriterium neu aufgenommen haben wir die Frage, ob auf der CSR-Webseite ein Programm zum Aufbau von CDR- oder Ethik-Kompetenz erwähnt wird. Hier sind bislang nur 14 Prozent der Unternehmen aktiv. Ganz ähnlich auch das Ergebnis zu KI-Leitlinien: Nur 16 Prozent der Unternehmen haben solche Leitlinien bisher etabliert.  

Digitale Ethik – CDR ist noch nicht in der Organisationsstruktur angekommen 

Der Bereich Corporate Digital Responsibility (CDR) offenbart insgesamt keine wesentlichen Veränderungen. Es scheint, dass CSR und CDR noch einen gemeinsamen Ansatz finden müssen. Unsere CDR-Studie zeigt, dass dieses Thema hauptsächlich auf den Websites behandelt wird und weniger im Reporting. Es ist teilweise auch im Unternehmensbereich präsent. 

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