17. November 2020 | Christian Berens

Digitale Ethik als Kommunikationsthema auf Corporate Websites

Viele Unternehmen beschäftigen sich seit Jahren mit der Corporate Social Responsibility. Doch was ist mit der Corporate Digital Responsibility (CDR)? Die Frage nach der digitalen Ethik wirft automatisch die nach der digitalen Verantwortung auf. Wie gehen Unternehmen mit ethischen Fragen zur Digitalisierung um, und vor allem, wie kommunizieren sie diese nach außen?

Digitale Ethik ist für viele Unternehmen noch immer ein Fremdwort, gerade einmal 24 % der Konzerne äußern sich über dieses Thema. Dabei ist die Frage nach der Moral im Netz in unserer jetzigen Zeit allgegenwärtig. Wie dürfen Konzerne mit Nutzerdaten umgehen? Welche Aufgaben darf künstliche Intelligenz übernehmen? Was kann gegen Cybermobbing und Hate Speech unternommen werden? Im schlimmsten Fall stellt sich die Frage: Welchen Weg sollte ein selbstfahrendes Auto nehmen, wenn es unvermeidlich zum Tod von Menschen kommt?

Das sind nur einige Themen, die sowohl die Gesellschaft als auch Unternehmen beschäftigen. Wir zeigen Beispiele, welche Unternehmen sich diesem Thema bereits intensiv widmen und wie sie dies tun.

Deutsche Telekom: Den Zeitgeist erkannt

Die Deutsche Telekom ist eines der Good-Practice-Beispiele! Das größte europäische Telekommunikationsunternehmen fordert auf seiner Website, dass eine digitale Ethik Richtlinien benötigt und bietet sogar einen eigenen Podcast zum Thema digitale Zivilcourage. Zudem wird das Thema bei der Deutschen Telekom prominent platziert. Es taucht direkt im ersten Reiter unter der Kategorie „Konzern“ auf. Somit muss der Kunde nicht umständlich danach suchen, sondern es wird ihm direkt angeboten.

Die CSR-Abteilung der Deutschen Telekom produziert sogar einen Podcast zum Thema digitale Zivilcourage, wodurch der digitalen Ethik eine Stimme verliehen wird. Unser Tipp: Einfach mal reinhören!

Daimler: Vertrauen zwischen Mensch und Maschine

Daimler setzt bei der Datenverantwortung auf Transparenz, Selbstbestimmung und Datensicherheit. Der Stuttgarter Automobilhersteller hat zudem erkannt, dass viele Menschen beispielsweise beim autonomen Fahren noch skeptisch sind. Laut einer Umfrage (S. 32) von D21 fühlen sich 66% eher unwohl in einem selbstfahrenden/autonomen Auto. Diesem Thema widmet sich Daimler und wirbt für Vertrauen zwischen Mensch und Maschine.

Daimler platziert die Themen rund um digitale Ethik gleich mehrfach auf der eigenen Website, verleiht so dieser Thematik auch ein entsprechendes Gewicht.

Daimler wirbt für Vertrauen gegenüber dem autonomen Fahren.

ZF setzt auf Transparenz

Der fünftgrößte Automobilhersteller ZF, mit Sitz in Friedrichshafen, setzt in erster Linie auf Transparenz und Aufklärung. Das Unternehmen, das sich unter anderem auf automatisiertes Fahren spezialisiert hat, erklärt im Detail, wie autonomes Fahren funktioniert, welche Komponenten ein Fahrzeug dafür benötigt, wo es bereits Teststrecken gibt etc.

ZF bietet einen spannenden Überblick und vielfältige Perspektiven rund um das Thema autonomes Fahren.

Bosch: Der KI-Kodex

Auch Bosch plädiert für Vertrauen in künstliche Intelligenz (KI). Dabei setzt das Stuttgarter Unternehmen darauf, dass der Mensch die Kontrolle behält. „KI braucht menschliche Kontrolle“, lautet das Credo.

Das Unternehmen hat eigens einen KI-Kodex entwickelt, um der Frage nach dem moralisch Vertretbaren nachzugehen und hofft dazu auf Interaktion: „Zur Ethik der künstlichen Intelligenz vermittelt Bosch Leitlinien nicht nur den eigenen Entwicklern, wir streben dazu auch einen öffentlichen Diskurs an.“ Diesen Diskurs braucht es unserer Meinung nach auch!

Bosch bindet in diese Thematik seinen CEO Dr. Denner ein. Dadurch wird die Angelegenheit zur Chefsache erklärt, was deren Wichtigkeit unterstreicht.

Bosch ist der Ansicht, dass der Mensch die Kontrolle beim Thema KI behalten muss.

Munich Re: Digitalisierung verantwortungsbewusst nutzen

Die Rückversicherungs-Gesellschaft Munich Re sieht „den verantwortungsvollen Einsatz von KI als wesentliche Themen der Unternehmensverantwortung.“ Dafür hat das Unternehmen Grundsätze der „Ethischen Leitlinien für vertrauenswürdige KI“ festgelegt. Diese vier lauten: Achtung der menschlichen Autonomie, Vorbeugung von Schäden, Fairness und Erklärbarkeit. Damit zeigt der Konzern, dass KI nicht nur in der Automobilbranche, sondern auch bei Versicherungen ein wichtiges Thema ist.

Munich Re hat Grundsätze formuliert, um die Daten verantwortungsvoll zu nutzen.

Kennen Sie weitere Good Practices zum Thema digitale Ethik? Wir freuen uns auf Ihr Feedback via LinkedIn! Sollten Sie Unterstützung für Ihre Kommunikation rund um die Digitalisierung benötigen, melden Sie sich jederzeit gern per E-Mail, Kontaktformular oder telefonisch unter 02236/3936-6.

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