20. April 2021 | Christian Berens

SEO und Datenjournalismus: Wie kommt Ihr Content zur Zielgruppe?

Suchmaschinenoptimierung ist ein Dauerbrenner, seit es Digitalagenturen gibt. Durch die kontinuierliche Weiterentwicklung des Google-Algorithmus ist es notwendig, immer auf dem Laufenden zu bleiben und seinen Content regelmäßig an die veränderten Bedingungen anzupassen. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, welche SEO-Maßnahmen derzeit wichtig sind und wie Sie datenbasiert die Inhalte finden, die Ihre Zielgruppen nachweisbar interessieren.

Google entwickelt sich immer weiter. Die größte Suchmaschine der Welt ist inzwischen „menschlicher“ geworden und die dahintersteckende künstliche Intelligenz (KI) lässt sich nicht mehr durch simple technische Maßnahmen wie beispielsweise Linkfarming austricksen. Im Gegenteil: Google ist inzwischen in der Lage, guten und hilfreichen Content anhand von vielen verschiedenen Indikatoren zu identifizieren. Dazu gehören sowohl technische als auch inhaltliche Komponenten.

Technisches und inhaltliches SEO: Die wichtigsten Faktoren für ein besseres Ranking

Damit Google erkennt, um welche Art von Content es sich handelt, muss dieser maschinenlesbar sein. Dabei kommt es auf zwei wesentliche Maßnahmen an:

1. Technische Hierarchisierung

Die Inhalte müssen in einer klaren definierten Struktur vorliegen. Das heißt, die Überschriftenhierarchie (H1, H2 etc.) muss entsprechend dekliniert sein, im Prinzip, wie bei einem Inhaltsverzeichnis, nur eben auf Code-Ebene. Das ist längst keine neue Erkenntnis mehr, wird aber von vielen Unternehmen noch nicht konsequent umgesetzt. Oft ist der Grund hierfür, dass Redakteur:innen nicht entsprechend ins Content-Management-System eingreifen können, um eine Hierarchisierung selbst erstellen zu können.

Für Google ist es ein Unterschied, ob eine Überschrift systemseitig oder lediglich manuell im Editor definiert wurde. Dies muss bei der Website-Konzeption bereits mitgedacht und später so implementiert werden, dass eine flexible redaktionelle Anpassung der Textelemente möglich ist. So können Redakteur:innen eine adäquate Hierarchisierung der Texte je nach Inhalt aufbauen, die nicht von vordefinierten Formatvorlagen abhängig ist. Hier bietet sich also die Chance, mittels einer korrekten Datenstruktur noch mehr aus seinem Suchmaschinen-Ranking herauszuholen.

2. Inhaltliche Hierarchisierung

Das Haupt-Keyword einer (Unter-)Seite gehört in die H1 und idealerweise gibt es pro Seite nur eines davon. Die wichtigsten Keywords für einzelne Themen (wie beispielsweise in Blogposts, Leistungen oder Referenzen) sollten nach aktuellem Stand in der H2 zu finden sein. Nach dieser Semantik erleichtern Sie Google die Lesbarkeit Ihrer Inhalte und erhöhen so die Wahrscheinlichkeit für ein besseres Ranking. Dabei gilt jedoch nach wie vor: Keyword-Stuffing ist kontraproduktiv und wird von Google bestraft! Beschränken Sie sich deshalb aufs Wesentliche und nutzen Sie entsprechende Analysen (s.u.) für Ihre Content-Planung.

Neben der technischen und inhaltlichen Hierarchisierung ist ein Punkt ein entscheidender Erfolgsfaktor für ein gutes Google-Ranking: die mobile Variante Ihrer Website. Obwohl Google schon vor Jahren bekanntgegeben hat, dass in erster Linie die mobilen Seiten für das Ranking entscheidend sind, wird „Mobile first“ von Unternehmen immer noch nicht stringent umgesetzt.

Es herrscht aus Sender-Sicht nach wie vor ein Desktop-Denken, was in der Praxis vor allem daran liegt, dass Websites auf Notebooks und Desktop-Geräten zum Großteil am externen Monitor entwickelt werden. Dieses Denken sollte dringend abgelegt werden, wenn man zeitgemäß kommunizieren und den Anschluss an die Konkurrenz nicht verlieren möchte. Das heißt in anderen Worten: Die mobile Variante einer Website sollte immer zuerst entwickelt werden, um den mobilen Ansatz konsequent zu verfolgen.

Weitere Punkte, die oft nicht berücksichtig werden, aber ebenfalls das Ranking beeinflussen, sind:

  • Indexierung durch Suchmaschinen erlauben: So banal es klingen mag: Oft sind Seiten im Content-Management-System per Default so eingestellt, dass die Indexierung deaktiviert ist und Suchmaschinen die Inhalte nicht auslesen können. Prüfen Sie, ob das der Fall ist, und erlauben Sie die Indexierung – meist ist hier mit einem Klick schon alles erledigt.
  • Texte im Quellcode hinterlegen: Auf Seiten mit viel Text wird oft mit Akkordeons oder ähnlichen Elementen gearbeitet, die das Nutzererlebnis optimieren sollen und bei denen sich größere Textabschnitte aus- und wieder einblenden lassen. Beim Aufbau solcher Elemente ist darauf zu achten, dass der hinterlegte Text im Quellcode zu finden ist und nicht etwa auf seitenfremden Quellen. Denn nur so liest Google diese Inhalte auch aus und verwertet sie für das Ranking.
  • Standardisiertes CMS nutzen: Auch selbst aufgesetzte Content-Management-Systeme können mit strukturierten Daten und technischen SEO-Komponenten ausgestattet werden. Jedoch bringen Standard-Lösungen wie beispielsweise WordPress diese Komponenten bereits von Haus aus mit oder es sind Plugins für die schnelle Einrichtung verfügbar. Insofern gelten solche Systeme als SEO-freundlich und verringern den Entwicklungsaufwand enorm.

Content-Planung nach Analyse: Darauf kommt es beim Datenjournalismus an

Um eine performanceorientierte Content-Planung auf die Beine zu stellen, ist eine Ist-Analyse der erste Schritt. Darin werden u.a. folgende Fragen beantwortet:

  • Auf welche Keywords rankt meine Seite?
    • Sind diese Keywords für meinen Geschäftserfolg überhaupt relevant? Bringt es mir einen wirtschaftlichen Nutzen, wenn Menschen mit diesem Suchanliegen auf meine Seite kommen?
  • Auf welcher Google-Platzierung ranke ich mit diesen Keywords?
    • Bin ich auf der ersten Suchergebnis-Seite von Google zu sehen?
  • Wie sieht die Keyword-Entwicklung im Zeitverlauf aus?
    • Arbeite ich mich von hinteren Positionen nach vorne, um irgendwann auf der ersten Seite angezeigt zu werden?
  • Worauf und wie hoch rankt die Konkurrenz?
    • Zu welchen Themen möchte ich auch gefunden werden? Wo sind die Aussichten auf eine gute Platzierung eher versperrt?

Im zweiten Schritt folgt die Analyse des Soll-Zustands. Dabei geht es vorrangig um folgende Fragen:

  • Zu welchen Suchbegriffen (Keywords) möchte ich gefunden werden?
  • Wie suchen Nutzer nach diesen Begriffen? Mit einem Wort? Mit mehreren? In einer Frage? In einem ganzen Satz?

Hat man diese Fragen beantwortet, geht es darum, relevanten Content zu identifizieren. Dieser ergibt sich aus der Schnittmenge der inneren und der äußeren Perspektive:

Anhand der Schnittmenge identifizieren Sie auf einfache Weise, welche Inhalte die höchste Relevanz in Ihrer Kommunikation besitzen.

Erst auf dieser Basis werden eine zielgruppenorientierte Content-Planung und damit echter Datenjournalismus möglich. Je nach Analyse-Ergebnis kann es hier nochmals erforderlich werden, die technischen Strukturen anzupassen und die Überschriftenhierarchie auf den neusten Stand zu bringen. Anschließend sind Sie startklar, um operativ tätig zu werden und performancestarke Inhalte zu erstellen.

Insgesamt bleibt festzuhalten: Der Google-Algorithmus wird auch weiterhin ein gut gehütetes Geheimnis bleiben, sodass sich definitive Aussagen zur Suchmaschinenoptimierung auch zukünftig nur bedingt treffen lassen und sich die Ranking-Faktoren immer wieder ändern werden. Dennoch kann man sagen, dass Maschinenlesbarkeit und Mobiloptimierung die vorerst wichtigsten Optimierungsmaßnahmen bleiben werden. Hier sollten Sie ansetzen, um Ihre Auffindbarkeit und Reichweite im Netz stetig zu verbessern.

Worauf es bei der Content-Erstellung ankommt und was dabei unbedingt zu beachten ist, erfahren Sie in Teil 2 dieses Beitrags, der in den kommenden Wochen erscheint.

Welche SEO-Maßnahmen stehen bei Ihnen ganz oben auf der Liste? Ist „Mobile first“ in Ihrer digitalen Kommunikation bereits selbstverständlich? Diskutieren Sie mit uns auf Linkedin – wir freuen uns auf Ihr Feedback!

Falls Sie Unterstützung im Bereich SEO und Analyse brauchen, melden Sie sich jederzeit per E-Mail, Kontaktformular oder telefonisch unter 02236/3936-6, wir beraten Sie gern.

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