Berlin, Strom und Schweigen: Warum Städte und Kommunen 2026 nicht mehr ohne Darksite können

Der Berliner Stromausfall zeigt: Operativ wird geholfen – kommunikativ bleibt vieles im Dunkeln. Höchste Zeit für digitale Krisenvorsorge.
Aufatmen in Berlin – und eine unbequeme Erkenntnis
Seit Mittwoch, 11 Uhr, fließt der Strom im Berliner Südwesten wieder schrittweise in allen betroffenen Bezirken. Früher als zunächst angekündigt, dank nächtlicher Reparaturen und strukturiertem Hochfahren am Vormittag und dem grandiosen Einsatz zahlreicher helfenden, teilweise aufopfernden Hände. Für die Betroffenen eine Erleichterung. Für Städte, Kommunen und kommunale Unternehmen bleibt jedoch eine zentrale Lehre: Operativ wurde vieles gestemmt – kommunikativ fühlten sich viele zu spät, zu wechselhaft oder schlicht nicht erreicht.
Die Bilanz der Berichterstattung ist eindeutig: Schnelle Einstufung als Großschadenslage, Hilfsangebote wie Notunterkünfte, klare Benennung des Terrorverdachts – das wurde positiv vermerkt. Doch beim Timing, bei der Konsistenz und bei der Bürgernähe der Kommunikation hakte es. Unklare Zeithorizonte, schwer erreichbare offizielle Informationen, der Eindruck politischer Selbstdarstellung statt konkreter Hilfestellung: All das kostete Vertrauen.
Eine Seite – aber kein Leuchtturm
Berlin hat eine offizielle Informationsseite zum Stromausfall bereitgestellt. Das zeigt Willen – erfüllt aber nicht die Anforderungen an eine moderne, eigenständige Krisenkommunikationsplattform. Die Seite wirkt wie ein weiterer Nachrichtenartikel im Stadtportal, nicht wie der dedizierte Krisen-Hub, den Betroffene und Multiplikatoren jetzt brauchen würden.
Struktur, Aktualisierungstakt und Nutzerführung sind nicht konsequent auf „Was muss ich jetzt wissen und tun?" ausgelegt. Für Multiplikatoren – Presse, Verbände, Hilfsorganisationen – fehlen zentral zugängliche, fortlaufend aktualisierte Assets: klare Updates, Lagekarten, Anlaufstellen, Medien-Sets zum Teilen. Kurz: Es fehlt der belastbare Ankerpunkt für die Informationsführung im Ausnahmezustand.
Erwartungen haben sich gedreht
Stakeholder werten großflächige Ausfälle heute nicht mehr als „reines Schicksal", sondern als Frage der Vorsorge. Wer in der Akutphase reaktiv kommuniziert, uneinheitliche Botschaften sendet oder Zeitpläne korrigieren muss, verliert schnell Glaubwürdigkeit – und belastet Einsatzkräfte und Hotlines zusätzlich. Aus kleinen Wellen werden große Learnings: Eine belastbare Darksite entlastet genau hier. Sie schafft einen verlässlichen Ort für Orientierung, bündelt Informationen und reduziert Spekulationen.
Nicht nur Sabotage – die nächste Lage kommt bestimmt
Kommunen müssen mit verschiedenen Auslösern rechnen, die ähnliche kommunikative Effekte haben wie in Berlin:
- Extremwetter: Sturm, Starkregen, Hitze oder Kälte mit kaskadierenden Netzausfällen
- Technische Fehler: Software- oder Update-Pannen bei Netz- oder Telekommunikationsbetreibern, Routing- oder DNS-Störungen
- Menschliches und Operatives: Bagger- oder Bauunfälle an Glasfaser- oder Stromtrassen
- Angriffe auf IT: Ransomware bei Stadtwerken, Verkehrsbetrieben, Kliniken; DDoS auf städtische Onlinedienste
Allen gemeinsam: sehr hoher Informationsbedarf bei gleichzeitig eingeschränkter Erreichbarkeit – genau das Szenario, für das eine Darksite gedacht ist.
2026: Darksite ist digitale Daseinsvorsorge
Eine Darksite ist eine vorbereitete, schnell aktivierbare Krisenwebsite – technisch unabhängig von der Primär-IT, schlank, barrierefrei, mehrsprachig, mit vorab geprüften Inhalten und klaren Rollen für Betrieb und Freigaben. Sie übernimmt die Informationsführung, wenn gewohnte Kanäle ausfallen, überlastet sind oder aus Sicherheitsgründen abgeschaltet werden.
- Technisch unabhängig: Externes Hosting, minimalistische Architektur, Notfallaktivierung ohne Zugriff auf interne Systeme, Low-Bandwidth- und Druckversionen für Aushänge.
- Verständlich und inklusiv: Barrierefreiheit nach WCAG, Mehrsprachigkeit, klare Sprache, feste Update-Slots („Nächste Aktualisierung um …").
- Vorgeprüfte Inhalte: Holding Statements, FAQs, Lagekarten, Anlaufpunkte, Hinweise zu Hilfen und Hotlines – juristisch und datenschutzrechtlich abgestimmt, schnell anpassbar.
- Governance und One-Voice: Eindeutige Freigaben, Sprecherregeln, Eskalationsmatrix, analoge Kontaktlisten für den Fall eingeschränkter IT.
- Realistische Prozesskommunikation: Faktenbasiert, mit realistischen Zeithorizonten und Zwischenzielen – keine Überversprechen, die später enttäuschen.
Mangelnde Vorbereitung ist keine Entschuldigung mehr
Die Erwartungshaltung hat sich gedreht: Wer heute großflächige Ausfälle als Schicksal verkauft, verliert das Vertrauen seiner Stakeholder. Wer in der Akutphase reaktiv kommuniziert, uneinheitliche Botschaften sendet oder Zeitpläne korrigieren muss, verstärkt die Krise kommunikativ – selbst wenn operativ hart gearbeitet wird.
Eine belastbare Darksite ist kein „nice to have", sondern die Kommunikationsgrundversorgung im Ausnahmezustand. Wer vorbereitet ist, informiert früher, konsistenter und inklusiver – und entlastet in der Spitze Einsatzkräfte, Hotlines und Politik gleichermaßen.
Digitale Daseinsvorsorge – jetzt umsetzen
Berlin hat gezeigt: Reparieren ist das eine, Orientierung das andere. 2026 bedeutet verantwortungsvolle Krisenvorsorge auch digitale Daseinsvorsorge – mit einer Darksite, die im Ernstfall ohne Wenn und Aber sendet.
Wer heute vorbereitet, kommuniziert morgen schneller, konsistenter und bürgernäher. Das ist kein Zusatzprojekt mehr, sondern Grundversorgung im Krisenfall. Eine zeitgemäße Krisenseite darf kein weiterer Artikel im Stadtportal sein, sondern muss als eigenständige, belastbare Darksite funktionieren: unabhängig, inklusiv, stets aktuell und für Bürger wie Multiplikatoren der zentrale Anlaufpunkt.
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